IMG_7678Herdorf, 02.07.2020

Heute ist also Siegen angesagt 😉
Auch wenn die mintgrĂŒne Keramik im Haus Schneider nicht mehr ganz in die Zeit passt, habe ich hier eine sehr gute Nacht verbracht.
Das FrĂŒhstĂŒck ist reichlich, leider mit hellen Aufbackbrötchen, auf die ich so gar nicht stehe.
In der Nacht hat es geregnet. Der Blick aus dem Fenster zum HĂŒgel, den ich gleich besteigen darf, zeigt mir einen strahlend blauen Himmel und einen dĂŒrren, toten Wald. Auch ein Bild der Trauer bietet die Hauptstraße, in der sich ein geschlossenes GeschĂ€ft an das andere reiht. 
Der HĂŒgel wird durch ein schönes Weglein bestiegen. So habe ich mir das gewĂŒnscht! Vorbei an riesigen abgeholzten FlĂ€chen geht es weiter zum Druidenstein, einem riesigen Basaltkegel. Polizeilich verboten ist die Besteigung, was mir den Kampf mit dem schlĂŒpfrigen Gestein erspart. (Bis auf halbe Höhe fĂŒhrt nĂ€mlich noch ein passabler Pfad. Verboten kann das auch nicht sein, denn „bestiegen“ ist ein Berg ja nur, wenn man auf dem Gipfel war und wieder ins Tal kommt. Base-Camp reicht nicht!)
Auf dem Weg treffe ich eine Frau, die in sĂŒdlicher Richtung unterwegs ist. Sie ist auf Kurzarbeit und Stewardess bei der Lufthansa. Und weil die diesen Monat gar keinen Einsatz hat, ist sie halt auf dem E1 unterwegs. Sie hat nichts vorgeplant und zur Not ein Zelt dabei, mit dem sie aber nicht wild zelten möchte. Ich wĂŒnsche ihr, dass sie bei der dĂŒnnen Infrastruktur (Pensionen/ZeltplĂ€tze) gut klar kommt. Ich habe mir durch Vorbuchung aller Etappen die FlexibilitĂ€t genommen, dafĂŒr kann ich tagsĂŒber entspannt laufen, weil ich weiss, wo mein Bett steht. 
Ich wandere beschwingt auf breiten Wegen weiter und steige nach Kirchen (MĂŒhle) ab. Die ganze Zeit ist der Himmel schon dunkler geworden - nun fallen die ersten Tropfen. Ich verschmĂ€he ein BuswartehĂ€uschen direkt an der vielbefahrenen Landstrasse und gehe an ihr entlang (zum GlĂŒck mit Trottoir) weiter nach Freusburg. Es geht sehr steil hoch zur Burg. Wenige hundert Meter vor der Burg ist ein Museum und eine Bushaltestelle. Hier bietet mir ein Carport-Ă€hnlicher Unterstand Schutz vor dem inzwischen starken Regen. Es hat richtig zugezogen und sieht nicht nach kurzfristiger Besserung aus.
Echte Experten habe die WartebĂ€nke außerhalb des Unterstands aufgestellt (und leider auch angeschraubt). Egal - Hauptsache trocken. Muss ja nicht auch noch bequem sein.
Dem Regen zusehend verspeise ich meine KĂ€sebrötchen. Völlig ĂŒberraschend hört der Regen schon bald auf, so dass ich doch noch den Abstecher zur Burg hinauf mache. Obwohl laut meinem Track der E1 dort gar nicht entlangfĂŒhrt, sind dort Markierungen und sogar eine E1-Tafel. Verwundert folge ich diesen Markierungen, doch bald ist keine mehr da. Nur ein Weg, der offensichtlich in die falsche Richtung fĂŒhrt, aber mit dem Andreaskreuz markiert ist. Na toll! Nach einem Blick auf die Karte entscheide ich mich, dem „Natursteig Sieg“ zu folgen, der, hoffentlich topografisch optimiert, spĂ€ter wieder auf den E1 trifft. 
Es geht mörderisch steil hinauf durch den vor sich hin tropfenden Wald - richtiges WaschkĂŒchenklima. So komme ich am Gedenkstein „SoldatengrĂ€ber“ vorbei und stehe bald auf dem Giebelberg, dem zweiten Höhepunkt der heutigen Etappe. Da lĂ€ngere Passagen durch regennasses Gras fĂŒhrten, habe ich nun nasse FĂŒĂŸe. Gore-Tex scheint wohl nur noch bei trockenem Wetter zu funktionieren? Irgendwie wĂŒnsche ich mir gerade meine schweren Voll-Leder Schuhe. Gut eingefettet haben die so etwas immer locker weggesteckt. 
Die Strecke zieht sich. Irgendwann kommt ich an einen schönen Aussichtspunkt auf das Siegtal und die SiegerlandbrĂŒcke, sowie dem markanten Hardt-Turm. Lustigerweise steht dort gerade eine einheimische Familie, die mir das alles erklĂ€ren kann. Einige Kilometer weiter höre ich schon die A45, die ich dann auch unterquere. Ich besteige den „Starker Buberg“ - der letzte Anstieg fĂŒr heute und freue mich an dem Graffito am Wasserhaus und der bequemen Bank daneben. 
Der Einmarsch nach Siegen fĂŒhlt sich komisch an. Den ganzen Tag Natur pur und dann plötzlich Großstadt. Das Schloss wird leider gerade renoviert - die FußgĂ€ngerzone finde ich wenig sehenswert. Nun noch zum Hotel in dieser hĂŒgeligen Stadt. Ich sehne mich nach Dusche und Schuhe ausziehen. Die heutige Etappe war zwar wirklich schön und abwechslungsreich, aber die Höhenmeter und die LĂ€nge stecken mir in den Knochen. Ich mache mir eine mentale Notiz, Ruhetage alle 7-10 Tage einzuplanen, wenn ich mal lĂ€nger unterwegs sein werde. Im Hotel "BĂŒrger" in welchem ich mich gleich wohl fĂŒhle, gibt es, soweit ich gesehen habe, ein Bistro, wonach mir jedoch nicht der Sinn steht.
Auf dem Weg zu ALDI sehe ich zum GlĂŒck noch eine kleine Pizzeria, die ich auf Google ĂŒbersehen hatte. So bekomme ich doch noch ein warmes Abendessen.

LĂ€nge Auf Ab
33.3 km 938 Hm 926 Hm

IMG_7701Siegen, 03.07.2020

Die gestrige Tour war doch anstrengend und hat mich die Nacht ĂŒber nicht richtig zur Ruhe kommen lassen. Heute wĂ€re ich reif fĂŒr einen Ruhetag. Da ein Knie schmerzt, welches gestern schon einen Sprung von einer steilen Böschung nicht so toll fand, werde ich heute vielleicht mal die Stöcke auspacken.
Das FrĂŒhstĂŒck im Hotel BĂŒrger verlĂ€uft ungewohnt: Buffet mit Bedienung. Die Bedienung ist sehr nett und das Buffet ist reichhaltig.
Über viele Treppen geht es durch Wohngebiete, vorbei an einigen Pracht- und Protzbauten hinauf auf den Giersberg und weiter zum Kirschberg. Hier habe ich erstmals einen Blick auf große Teile von Siegen. 
Am „Hasenbahnhof“ genieße ich den Weitblick und frage mich, was man geraucht haben muss, um auf solch einen Namen zu kommen. Langsam und schön senkt sich der Weg nach Deutz. Klingt wie Köln - ist es aber nicht. 
Ausser einer Walzengiesserei und einem großen Altersheim hat der 2000-Seelen Ort anscheinend nichts zu bieten. Denke ich - als ich die BĂ€ckerei sehe. Da es echt kĂŒhl ist, setze ich mich hinein, trinke einen heißen Kakao und esse mein Brötchen. 
Nun geht es bergan. Ich wandere wieder vereint mit dem Rothaarweg ĂŒber den HöhenrĂŒcken und geniesse den Weg und den Ausblick, man nach links, mal nach rechts. Es ist absolut ruhig. Menschen sind sowieso keine unterwegs, ich höre weder Straßen, noch Flugzeuge. Vereinzelt zwitschert ein Vögelein. Kurz vor Erreichen des höchsten Punkts, bricht die Sonne kurz durch die dichten, dunklen Wolken und mir wird klar, wie traumhaft schön es hier sein kann. Ich genieße es zwar auch so, aber es ist doch so kĂŒhl, dass ich am Hemd immer mal wieder die Ärmel runtermachen muss. Eine lĂ€ngere Pause ist gar nicht drin. 
Ich bin schon recht frĂŒh am Forsthaus Lahnquelle. Die Quelle selbst liegt unspektakulĂ€r im algenĂŒberwachsenen Löschwasserteich. Nicht einmal eine richtige Tafel sehe ich. FĂŒr eine Quelle eines fast 250km langen Flusses schon etwas traurig. Ich entscheide mich gegen ein StĂŒck Kuchen und bitte den Gastwirt, wie angeboten, die Sauna anzuwerfen. So komme ich heute doch noch zu meinem Wellness- und Entspannungstag.

LĂ€nge Auf Ab
22.3 km 602 Hm 243 Hm

IMG_7743Lahnhof, 04.07.2020

Heute geht es erst spĂ€t los, da es erst ab 8:30 FrĂŒhstĂŒck gibt. Es ist unglaublich, was da auf jedem Tisch aufgebaut wurde. Quasi jeder Tisch sein kleines Buffet. Es ist nicht nur viel, sondern auch noch gut. Neben den Körnerbrötchen besonders hervorzuheben ist das selbstgemachte Hummus, Tomate/Mozarella-SchĂ€lchen, frisch geschnittenes Obst und ein SchĂ€lchen Erdbeeren, und und und...
Und weil ich mich gestern beim Abendessen als vegetarisch bekannt habe, war das FrĂŒhstĂŒck auch so. Nur die kurze RĂŒckfrage nach Milch und Ei, und schon war alles klar. 
Der Wirt erzÀhlt mir, dass auf der normalen (nicht-Corona) Karte 40% vegetarische und z.T. vegane Gerichte sind. Und es wird auch angenommen!
Es ist kĂŒhl (11 Grad), so dass ich die ersten Minuten tatsĂ€chlich mit Pulli laufe, bevor ich auf Betriebstemperatur bin. Ein wunderschöner Pfad senkt sich in ein TĂ€lchen. Ich erreiche nach wenigen Kilometern die Ilsequelle. Das Wasser muss gut sein, denn ein Mann fĂŒllt sich 2 Kisten Glasflaschen ab. Offensichtlich nicht zum ersten Mal. Auch ich trinke einen Becher von dem sehr kĂŒhlen Nass. Es schmeckt nicht schlecht, aber ich bin zu wenig Aqua-Sommelier, um in VerzĂŒckung zu geraten. 
Die Genusswanderung entlang der Ilse geht weiter, vorbei an zwei kleinen Schafherden und ein paar KĂŒhen. 
Nach etwa zehn Kilometern verlĂ€sst der Weg das Tal und ich steige kurz, aber sehr knackig auf den HĂŒgel, der uns von Bad Laasphe trennt. Ich mache eine kleine Pause und beobachte meine Beine. TatsĂ€chlich lĂ€uft auch heute (wie praktisch jeden Tag) wieder eine Zecke die Wade entlang. Ich setze sie am Wegesrand ab - bin doch kein Taxi - und wandere weiter. 
Vorbei am Großgemeinde-Stein, der beim Zusammenschluss von 24 Gemeinden zu „Bad Laasphe“ errichtet wurde, wandere ich auf breitem, dennoch schönem Weg ins Ziel. Die knapp 20km fĂŒhlen sich heute nach Halbtagswanderung an. Ich erreiche den Bahnhof kurz vor 14 Uhr und bereite mich mental auf meine vielstĂŒndige RĂŒckfahrt mit 4 Umstiegen bis nach Oberursel vor. Dies ist das Ende meiner diesjĂ€hrigen E1-Wanderung. Und der neue Startpunkt fĂŒr die Nordrichtung. Es gibt ja noch ein paar Etappen bis Flensburg. 😀

LĂ€nge Auf Ab
19 km 221 Hm 511 Hm

IMG_5453Oberursel, 15.05.2019

Eigentlich wÀre heute ein ganz normaler Arbeitstag, aber ich entschliesse mich recht spontan, einen Tag Urlaub zu investieren, um auf dem E1 von Oberursel nach Sachsenhausen zu wandern. Was ich hiermit starte, ist mir nicht klar...

 

 

 

 

 

   

 

 

 

LĂ€nge Auf Ab
23.4 km 99 Hm 294 Hm

IMG_5934F-Sachsenhausen, 31.08.2019

Nach kurzer Wanderpause geht es nun 8 Tage Richtung SĂŒden nach Pforzheim. Mehr als eine Woche Urlaub ist nicht drin. Aus der Stadt hinauszuwandern ist ein seltsames und seltenes GefĂŒhl. Es ist laut - ĂŒberall sind Autos oder sonst die Flugzeuge zu hören. In der Gegend von Langen muss ich vom Weg auf die Strasse ausweichen, da hier immer noch die SchĂ€den des letzten schlimmen Sturms zu sehen sind. Über eine Woche waren hier Strassen gesperrt. Wenn ich sehe, was hier im Wald immer noch liegt, wird mir klar, warum.

In Dreieichenhain ĂŒberquere ich den 50. Breitengrad und gönne mir so weit im SĂŒden gleich mal ein Eis. Langsam wird es etwas stiller und ich fange an, mich an der Natur zu freuen, jedoch ist das nicht von langer Dauer, denn schon etwa 5 Kilometer vor Oberwaldhaus meine ich, rhythmische BĂ€sse zu hören. TatsĂ€chlich ist dort eine Grossveranstaltung zu der Menschenmassen strömen. Ich bin froh, nach einer (zu) langen Etappe dort anzukommen und kann einen Bus in die Innenstadt grade noch mit einem Sprint ĂŒber die Strasse erwischen.

Im Zentrum von Darmstadt ist auch ein Strassenfest, jedoch sind meine FĂŒĂŸe zu mĂŒde, um noch viel davon mitzunehmen.

 

LĂ€nge Auf Ab
33.5 km 323 Hm 273 Hm

Newsletter abonnieren

Andreas empfiehlt:

Newsletter abonnieren und nichts mehr verpassen....

 * Pflichtfeld

Erlaubnis zur Speicherung deiner E-Mail Adresse und fĂŒr die Zusendung eines E-Mail-Newsletters - bitte Feld ankreuzen

Du kannst Dich jederzeit abmelden, indem Du auf den Link in der Fußzeile meiner E-Mails klickst. FĂŒr Informationen ĂŒber meine Datenschutzpraktiken besuche bitte meine Website.

Ich nutze Mailchimp fĂŒr die Verwaltung und Versand der Newsletter. Wenn Du den Newsletter abonniert, werden die Daten, die Du angibst zur Verarbeitung an Mailchimp geleitet. Details zu Mailchimp's Datenschutzpraktiken findest Du hier.

 

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell fĂŒr den Betrieb der Seite, wĂ€hrend andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle FunktionalitĂ€ten der Seite zur VerfĂŒgung stehen.