IMG_7548 - Schloss MontabaurMontabaur, 28.06.2020

In der Nacht hat es geregnet und abgekühlt. Nach einem hervorragenden Frühstück im Hotel am Peterstor geht es bei wolkenverhangenem Himmel und 19 Grad los. Es geht vorbei an dem Industriegebiet wegen dem ich Montabaur so falsch eingeschätzt hatte. Ich hätte niemals ein so hübsches Städtchen mit schöner Altstadt erwartet. Nachdem ich unter der A3 hindurch bin und auf Pfaden durch den Wald wandere, merke ich, wie laut es vorher gewesen sein muss. Die „Stille“ der Natur wirkt so beruhigend. Zwischen Felden und Wald abwechselnd, zwei Dörfer tangierend erreiche ich die Kapelle „Steimel“ und mache Rast. Toll sieht man den Turm auf dem „Klöppel“, an dem die Route gestern knapp vorbeiführte. Hierbei wird mir klar, welch riesigen Bogen ich gerade wandere.
In Selters verlasse ich den Weg kurz, um nach Ayran oder Eis Ausschau zu halten. Es gibt beides. Glück gehabt! Inzwischen ist es kühl geworden und immer noch droht das Gewitter. Auf schönem Waldpfädchen geht es nach Maxsain. Ich mag es sehr und finde es kurzweilig, solche Dörfer zu durchqueren. Hier hat jemand Palmen in den Garten gepflanzt. Vorbereitung auf den Klimawandel?
Am Zeltplatz in Freilingen ist der See noch zum Baden gesperrt. Inzwischen ist es sowieso recht kühl. So wird mir ein Kampf mit mir selbst abgenommen. Im Lavendelhäuschen, welches sich als deutlich kleiner wie erwartet entpuppt, ist leider heute morgen der Boiler kaputtgegangen. Der nette Herr vom Zeltplatz hat mir allerdings das warme Wasser in einem ansonsten wegen Corona gesperrten Waschhäuschen angeschaltet. Zum Abendessen gibt es Pizza und Salat von der Pizzeria am Platz.
 

 

Länge Auf Ab
26.6 km 523 Hm 353 Hm

IMG_7517Nassau, 27.06.2020

Es geht mal wieder los! Geplant ist eine Woche auf den E1 von Nassau gen Norden. Schnell beim Bäcker am Bahnhof die Verpflegung für den Tag eingekauft und dann geht es durch die Stadt und bergauf. Es ist unglaublich schwül und drückend. Schwere Gewitter sind vorhergesagt. Der Lärm der Stadt verklingt und es sind nur noch die Vögel zu hören. Schon nach kurzer Zeit bin ich komplett nassgeschwitzt. Die Markierung lässt zu wünschen übrig. Ohne Track keine Chance. 
Die ersten Himbeeren des Jahres sind sehr lecker. Wenn man jedoch an jedem Busch stehen bleibt, kommt man gar nicht mehr voran. 
Nachdem die Höhe erreicht ist, geht es auf breiten und passabel markierten Forstwegen nach Welschneudorf. Einzelne Tropfen fallen schon vom Himmel und tolle Unterstände locken zum Verbleib. Laut Regenradar dauert es noch 45 Minuten, bis es heftig kommen soll. Also nach kurzer Pause weiter. Die richtige Entscheidung? Im weiten Verlauf komme ich mehrfach an riesige abgeholzte Flächen, in denen z.T. heftig gearbeitet wird. Wie die riesigen, frischen Holzstapel duften....
Kurz vor Montabaur nochmal ein schöner Pfad, bevor es an Kneipp-Anlage und Schwimmbad vorbei mit schönem Blick auf das Schloss in die Stadt geht. Die Entscheidung, nicht auf die Wetter-App zu vertrauen, war also goldrichtig. Es regnet eben erst, wenn es nass vom Himmel fällt. In Montabaur noch schnell zur Burg (Hotel) und durch die Fußgängerzone. Von der Judengasse aus hat man zudem einen schönen Ausblick und es gibt zwei Sinnesbänke. Verwunderlich ist, dass am Samstag Nachmittag alle Geschäfte in der Fußgängerzone geschlossen sind.

 

Länge Auf Ab
27.6 km 569 Hm 407 Hm

IMG_6074Bretten, 07.09.2019

Da es im Hotel kein Frühstück gibt, "bastele" ich mir ein Frühstück beim Netto in der Fussgängerzone. Dort gibt es witzigerweise im Kassenbereich einen Tisch mit zwei Stühlen, der vermutlich dazu gedacht ist, dass sich ältere Leute mal kurz ausruhen können. Oder eben ich frühstücken.
Gut erholt wandere ich vor mich her. Es ist der letzte Tag und ich bin in Gedanken schon wieder bei dem, was wohl ab Montag auf der Arbeit anliegen wird. Ich hätte wirklich Lust, weiter zu wandern und überlege mir, was wirklich passieren würde, wenn ich es täte....
Nicht nur ich bin traurig - nein, auch der Himmelt beginnt gegen Mittag zu weinen, so dass ich erstmals auf der Wanderung meinen Schirm auspacke. Ich weiss nicht, was ich von Pforzheim erwartet habe, jedoch kann ich der Stadt -zumindest auf der Route, die der E1 nimmt- nicht so viel positives abgewinnen.
Als ich am Bahnhof ankomme, ist da genau NULL Freude, angekommen zu sein. Der Weg zählt - nicht das Ziel.
Die Bahn wird ihrem Ruf gerecht, denn es herrscht ein Riesen-Chaos mit verspäteten Zügen und falschen Durchsagen. Ich komme mit einer betagten Ordensschwester ins Gespräch, die ins Elsass zurückfahren will und sich mit ihrem Gepäck ganz schön was zugemutet hat. Sie ist glücklich, als ich ihr Gepäck in den Zug bringe und sie dann auch in Karlsruhe noch zum richtigen Gleis begleite. Als ihr Zug kommt, "beauftrage" ich dann noch einen anderen Fahrgast, ihren Koffer mit in den Zug zu nehmen. Er spricht zwar kein Wort einer gängigen Sprache, versteht jedoch ganz genau, was von ihm erwartet wird. Diese Begegnung war definitiv das Highlight des heutigen Tages.
Die Fahrt nach Frankfurt und Oberursel verläuft zwar verspätet, aber ansonsten problemlos.
Die Weiterwanderung nach Süden ist mein festes Ziel - ich hoffe, das im "Kurz-Sabbatical" 2021 in Angriff nehmen zu können.

 

Länge Auf Ab
25.1 km 534 Hm 437 Hm

IMG_6056Gochsheim, 06.09.2019

Heute ist also fast ein Ruhetag. Da ich weiss, dass ich nur 12 km zu laufen habe, gehe ich die Sache ganz locker an. Ich mache gleich mal eine längere Pause und geniesse die Sonne und beobachte, wie der Wind durch ein Maisfeld bläst. Total entspannend, wenn man dem Rascheln der Blätter zuhört. Schon fast meditativ.
Bei Büchig treffe ich auf einen älteren Herrn, der Tafeln mit Gedichten, die dort am Wegesrand stehen, reinigt. Wir unterhalten uns ein bisschen und er erzählt, dass dies ein neuer Rundweg mit Gedichten von Heimat-Dichtern ist. Die meisten Gedichte sind von ihm selbst. Ich versuche, mir den Inhalt einiger Gedichte zu erschliessen. Mal mit mehr - mal mit weniger Erfolg.
Schon recht früh komme ich in Bretten an und geniesse den schönen Nachmittag in einem Park. Gutes Eis gibt es hier.
Das Melanchthonhaus besuche ich nicht - es herrscht hier ein richtiger Touristenrummel. Immerhin kann ich eine Bildungslücke etwas schliessen, als ich ein paar Infotafeln zu Melanchthon lese. Als ich an der Stiftskirche vorbeilaufe, höre ich plötzlich Orgelmusik. Ich setze mich in die leere Kirche und höre der Organistin eine halbe Stunde bei der Probe zu. Ich bin sehr froh, dass ich heute mehr Zeit für die innere Ruhe hatte. Der Tag hat gut getan.
Ich übernachte im Rest Inn und esse einen Salat aus der nahegelegenen Pizzeria.

 

Länge Auf Ab
12 km 298 Hm 314 Hm

IMG_6047Mühlhausen, 05.09.2019

Als ich aufwache und aus meinem Fenster schaue, bin ich etwas verwundert, dass mehrere Fahrzeuge vom Roten Kreuz auf dem Parkplatz stehen. Ich mache mir schon meine Gedanken über die Ursache und hoffe, dass nichts passiert ist.
Und dann gehe ich zum Frühstück. Das Frühstücksbuffet haut mich echt aus den Socken. Der Hammer! So viel Auswahl - auch für Vegetarier. Ich schlage kräftig zu. Irgendwann kommt der Hotel-Chef, der chic im Anzug zu einem Aussentermin muss. Er sieht mich, grüßt mich freundlich und geht zu einer Angestellten und sagt ihr, dass "der Wanderer" sich gerne vom Büffet bedienen kann. Sie ist offensichtlich ganz in ihrem Element, denn sie bringt mir Papiertüten und fragt, ob sie noch etwas tun/bringen könne. Ich bin wirklich überwältigt von der Freundlichkeit hier im Hotel Leo.
Mit etwas zweifelhaftem Wetter mache ich mich auf den Weg. Die Route ist unspektakulär und für mich zieht es sich wie Kaugummi. Die Füsse tun mir weh. So langsam wäre eine richtige Pause gar nicht schlecht. In Odenheim esse ich einen vegetarischen Döner zu Mittag. Ich weiss wirklich nicht, was ich ohne meine neuen türkischen Freunde tun würde. Es gibt keine Geschäfte und die deutschen Lokale haben alle erst ab Abend geöffnet, oder sind komplett geschlossen.
Ich laufe an vielen Zuckerrübenfeldern vorbei und werde erstmals zum dreisten Zuckerrüben-Dieb. Ich habe noch nie eine Zuckerrübe gegessen, doch dank scharfem Messer schaffe ich, eine Rübe zu schälen und in handliche Stücke zu zerlegen. Sie ist unglaublich saftig und wirklich richtig süß. Ich verstehe gar nicht, warum es Kohlrabi zu kaufen gibt, ich jedoch noch nie Zuckerrübe im Laden gesehen habe. Da kann man sicher auch leckere Dinge draus kochen. Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich die Rübe auf dem Acker geklaut habe, hoffe jedoch, dass der Bauer mir das nachsehen wird und es verschmerzen kann.
Gochsheim könnte ein ganz nettes Örtchen sein - jedoch führt die Route nicht unbedingt an den schönsten Stellen vorbei, sondern durch eine Art kleines Industriegebiet.
Leider komme ich vor der Öffnungszeit bei der Stadtschänke an, in der ich heute übernachte. Gücklicherweise gibt es jedoch eine Terrasse mit Stühlen, so dass die Wartezeit zwar doof bleibt, ich sie jedoch zumindest halbwegs bequem verbringen kann.
Das Abendessen nehme ich -das erste Mal auf der Wanderung- im Hotel ein. Einzige vegetarische Option sind Käsespätzle und Salat. Diese sind wirklich gut - jeden Tag möchte ich sie allerdings nicht essen müssen.

 

Länge Auf Ab
26.3 km 591 Hm 550 Hm

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