2602578D-9B1C-439A-B22C-286D2897A22BLausanne, 04.06.2021

Ich habe überraschend gut geschlafen. Es muss ruhig gewesen sein letzte Nacht, abgesehen vom normalen Hintergrundgeräusch der Großstadt.

Ich frühstücke etwas Brot mit Käse und kann die Nespresso-Maschine bewegen, heißes Wasser für einen Tee von sich zu geben. Eine kurze SMS-Kommunikation mir der Unterkunft wird aufgrund meiner Dual-SIM-Inkompetenz kostspielig.

In der Nacht und auch heute Morgen noch hat es geregnet. Im Waschküchen-Klima nun also hinauf zur Kathedrale und zum Château Ste. Maire. Besonders beeindrucken nicht (nur) die einzelnen Gebäude, sondern diese quasi komplett erhaltene Altstadt.

Steil zieht sich der schmale Wanderweg den Berg hinauf. Die Vögel zwitschern. Eigentlich bin ich doch noch in der Stadt? Der „Parc de l‘Hermitage“ bildet eine Natur-Oase.

Nach 2km -ich bin jetzt schon nassgeschwitzt und fertig- erreiche ich den Aussichtspunkt „Signal de Sauvabelin“ auf immerhin 643m Höhe. Der Ausblick ist atemberaubend. Der später folgende Aussichtsturm wird gerade renoviert (uff! das wäre anstrengend geworden). Die Bauform des Turms ist für mich neu und spannend. Der ganze Turm besteht nur aus zwei Treppen-Spiralen (Wikipedia erklärt das besser).

Nach anstrengenden zwei Stunden meist bergauf erreiche ich ein Kirchlein, von dem ich vermutlich zum letzten Mal auf den Genfersee blicken kann. Sagte ich bereits, dass es schön ist?

Und weiter geht’s.

Plötzlich passiert es! Der Kopf ist leer und muss nicht mehr denken - und ich verfalle in mein Pilgertempo. Ohne es zu merken, erreiche ich auf Waldwegen den höchsten Punkt des Tages, bevor mich der Weg für ein ganzes Stück unangenehm auf die Strasse zwingt.

In Montpreveyres - dem laut Karte letzten Ort vor dem Tagesziel Moudon muss ich unbedingt Wasser nachfüllen. Ich sehe weder Brunnen noch öffentliches WC, so dass ich einen Mann anspreche, der gerade aus einem Haus kommt. Wenige Minuten später komme ich an dem außerhalb gelegen Friedhof vorbei - dort hätte es auch einen Wasserhahn gegeben.  Im Wald mache ich Mittagspause.

Ich befinde mich in einer hügeligen, dünn besiedelten Landschaft. Immer wieder kleine Ortschaften oder einzelne Gehöfte auf den Kuppen und in den Senken. Viel Landschaft. Viel Landwirtschaft. Ruhe.

Seit dem Mittag wechseln sich schöne Waldpassagen mit nicht so schönen Feldwegen und Straßenabschnitten ab. Bei Syens öffnet sich der Blick in ein Tal und ich kann Moudon ausmache. Das Ziel fest im Blick geht es weiter.

Der Einlauf in den Ort findet entlang der Broye statt. Das könnte so schön sein, wäre der Weg nicht geteert.

Vom gut erhaltenen Oberdorf lasse ich nochmal den Blick schweifen - und dann folgt der Abstieg zum Bahnhof.

Die Bahnfahrt ist unspektakulär. Bemerkenswert ist, dass die SBB noch das Feature anbietet, in den Zug ein- und auszuchecken und dann selbst den (günstigsten) Tarif ermittelt. Der Fahrgast muss sich um nix mehr kümmern - nur zahlen. Die Bahn hat dieses Feature zu

meinem Bedauern ja abgeschafft.

Die Unterkunft „Á Coté“ in Oloron ist der Hammer. Ein ganzes Ferienhaus für mich alleine, mir großem Gemeinschafts- und Kochbereich, Terrasse und allem, was man sich wünscht. Sie vermieten 2 Doppelzimmer mit Etagenbad in einem Stockwerk und mein Doppelzimmer mit eigenem Bad im obersten Geschoss. Die Gemeinschaftsräume werden geteilt. Aber außer mir ist niemand da, da die Frau des Hauses über‘s Wochenende weg ist, aber ich schon sehr früh gebucht hatte.

Ich lasse es mir also auf der Terrasse gutgehen.

Länge Auf Ab
30.3 km 590 Hm 562 Hm

 


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