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Fribourg, 08.06.2021

Nach einem unglaublich guten Frühstück (halbe Avocado, Tomme, Brötchen und Tee) im Zimmer geht es mit federleichtem Rucksack los. Da ich Schwarzenburg kein Hotel gefunden habe, geht es nach der Etappe wieder mit der Bahn zurück nach Fribourg. Daher kann alles, was ich heute nicht zu brauchen gedenke zurückbleiben.

Auf mir von der Stadtführung bekannten Gassen geht es steil hinab in die Unterstadt. Es ist noch angenehm kühl (15 Grad, feucht-drückend), aber schon beim Anstieg über den „chemin des zigzag“ wird mir warm. Der wahrscheinlich schönere Originalweg wird gerade aufwändig renoviert. Der Blick auf die Stadt von der oberen Etage der Zähringerbrücke ist so schön, dass ich mich gar nicht losreißen mag.

Durch immer unschöner werdende Wohngebiete geht es hinaus in die Natur. Die Wolken verheißen Regen. Als die ersten Tropfen fallen, stelle ich mich praktischerweise bei einem Gehöft unter und werfe mir den Poncho über. Nach zwei Minuten ist es schon wieder vorbei.

Obwohl ich noch im Kanton Fribourg kurz vor Tafers bin, habe ich die Sprachgrenze offenbar überschritten, so dass ich das „bonjour“ wegpacke und das „Gruezi“ mit all seinen Abwandlungen raushole. Schon recht früh hatte mir eine Wanderin ein „Guete Morgä” entgegengeschmettert.

Ich bin so begeistert über die Sprachfreiheit, dass ich das gleich im nächsten Volg für ein „Weggli“, Milch und Aprikosen nutze. Ich fühle mich fast heimisch.

Beim Anstieg nach Sankt Antoni mit der weithin sichtbarenen Kirche komme ich mit  einer Radlerin ins Gespräch, da sie im gleichen Tempo den Berg hinaufstrampelt, wie ich wandere. Oben gönne ich mir eine Pause auf dem Friedhof. Schon das zweite Friedhofs-WC heute, welches Wasser spendet und in TOP-Zustand ist.

Weiter wandere ich meist über Feldwege - vorbei an Kühen und Bauernhöfen - mal auch durch ein Waldstück. Alles sehr ruhig und natürlich. (Mir fällt auf, dass auf einigen Weiden alle Kühe glockenlos sind.)

Nach etwa 15km wandere ich hinunter zur Sense und überquere sie auf der Sodbachbrücke.  Damit bin ich jetzt im Kanton Bern. Tief hat sie sich ihre Schlucht in die Landschaft eingegraben, weshalb sie vor allem oberhalb der Brücke für Wildwasserbefahrungen reizvoll sein soll. Ich mache mir bewusst, das das Wasser, das hier gerade vorbeifließt erst in die Saane, dann in die Aare und ein paar Tagen später als Rhein bei Rotterdam in die Nordsee fließen wird. Krass!

Ich hingegen steige nun über den Römerweg, der bereits 1385 schriftlich erwähnt wurde und Teil der alten Ost-/West-Handelsroute war über uraltes Knochenbrecher-Pflaster hinauf nach Schwarzenburg.

Kurz vor dem Bahnhof lockt das Coop-Restaurant, wo ich lecker Reis mit Spargelragout esse. Ich lasse mich zu einem Ramseier Suure Moscht verleiten, an den ich so manche Kindheitserinnerungen habe. Nach der Hälfte der 5dl-Flasche bin ich jedoch so betütert, dass ich den Rest einpacke und wieder an die frische Luft will.

Eher zufällig erreiche ich den Bahnhlf gerade zur Abfahrt eines Zugs, der mich über Bern zurück nach Fribourg bringt. Sonst dürfte ich jetzt eineinhalb Stunden auf den Bus warten.

Insgesamt ist die ganze Planung mit Schwarzenburg und dem Hotel nicht optimal - aber da ich für die Via Jacobi nur auf stornierbare Hotels gesetzt hatte, hatte ich keine bessere Lösung gefunden.  Egal. Abhaken und weitermachen.

Auf der Bahnfahrt durchlebe ich eine Zitterpartie mit dem leer werdenden iPhone-Akku - und die Powerbank liegt im Hotel. (Hatte wohl zu viele Notizen unterwegs gemacht). Bei eTickets sollte das Smartphone ja auch bei der Kontrolle noch Strom haben.

In Fribourg nieselt es leicht, aber das stört mich auf dem kurzen Weg ins Hotel nicht mehr.

Fazit: Erster Tag, ohne Berge zu sehen - dafür habe wieder unglaublich Glück mit dem Wetter gehabt.

 

Länge Auf Ab
20.8 km 504 Hm 305 Hm

 


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